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  • Chemikalien

  • Arten der Chemikalienexposition

    In der Regel nehmen Menschen Chemikalien auf drei Arten auf: oral, über die Haut und durch Einatmen. Bei der oralen Aufnahme werden Stoffe mit chemischem Inhalt gegessen oder in den Mund genommen. Die dermale Aufnahme bezeichnet den Kontakt der Haut mit Chemikalien. Während beides wichtige Quellen der chemischen Belastung sind, entsteht das größte Gefahrenpotenzial chemischer Belastung durch das Einatmen der Luft in Innenräumen wie unseren Wohnungen, Büros, Schulen und anderen Innenraumumgebungen, in denen wir uns die meiste Zeit aufhalten. Diese Chemikalien in der Luft werden allgemein als flüchtige organische Verbindungen (VOC) bezeichnet.

    Was sind flüchtige organische Verbindungen (VOC)?

    Flüchtige organische Verbindungen oder VOC sind Chemikalien, die bei der Herstellung und Instandhaltung von Baustoffen, Inneneinrichtungen, Reinigungsprodukten und Körperpflegemitteln verwendet werden. „Flüchtig“ bedeutet, dass diese Chemikalien bei Raumtemperatur verdunsten oder leicht in die Luft freigesetzt werden können. „Organisch” bedeutet, dass diese Chemikalien auf Kohlenstoff basieren. Der Begriff „chemische Emission” bezeichnet die VOC, die von den Produkten freigesetzt werden und in der Luft verdunsten.

    In Studien des Umweltbundesamtes, des US-Umweltministeriums USEPA und anderer Forschungsstellen wurde ermittelt, dass VOC in der Raumluft häufig auftreten und dass ihre Konzentration im Vergleich zur Außenluft zwei- bis tausendmal höher sein kann. Raumluft kann zu jeder gegebenen Zeit zwischen 50 und mehreren hundert einzelne VOC enthalten. Einige können schon in geringen Mengen einen unangenehmen Geruch aufweisen, aber viele sind größtenteils geruchlos. Viele VOC sind Reizstoffe und können Kopfschmerzen, Irritationen der Augen, Nase und Hals sowie Schwindel hervorrufen. Die langfristige Belastung durch bestimmte VOC kann zu chronischen Erkrankungen oder Krebs führen. Einige VOC sind in hohen Konzentrationen giftig.

    Wo treten VOC auf?

    Die meisten VOC in Innenräumen finden ihren Ursprung in Baustoffen, Inneneinrichtungen, Reinigungsmitteln oder Verbraucherprodukten oder auch in Tätigkeiten wie Drucken, Kochen, Hobbyarbeiten, Putzen, Renovieren und dem Auftragen von Pestiziden.

    Studien, die im Rahmen eines Universitätsprogramms des Staates Washington durchgeführt wurden, wiesen nach, dass 96 Prozent der VOC in einem neu gebauten großen Bürogebäude von den Baustoffen und Ausstattungsmaterialien herrührten.

    • Flüchtige organische Verbindungen (VOC) sind in zahlreichen Produkten enthalten, darunter in:

      Möbeln, Farben, Gipsplatten, Matratzen, Abbeizmitteln, Kleb- und Haftstoffen, Lösungsmitteln, Polstern und anderen Textilien, Teppichbelägen, Reinigungsprodukte, Kopiergeräte-Tonern, Büroartikeln, Elektronikgeräten, chemisch gereinigter Kleidung, Baustoffen

    • Zu den gängigen VOC in Wohnräumen, Büros und Schulen gehören:

      Formaldehyd, Dekan, Butoxyethanol, Isopentan, Limonen, Styrol, Xylol, Perchlorethylen, Methylen, Chlorid, Toluol, Vinylchlorid

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